Seiteninterne Navigation

Freie Wähler Landesverband BayernFreie Wähler Landesverband BayernFreie Wähler Landesverband BayernFreie Wähler Landesverband BayernFreie Wähler Landesverband Bayern

Navigation

 

Aktuelles

Seiteninhalt

Aktivitäten

31.10.2009: Bedeutet Mittelschule das Aus für kleine Hauptschulen?

Bildungspolitische Konferenz der FW Niederbayern mit dem Thema „Zukunft der Hauptschulen“

Die Zukunft der Hauptschulen in Niederbayern stand am Samstag, 31. Oktober 2009, auf der Tagesordnung der ersten bildungspolitischen Konferenz der Freien Wähler Niederbayern. Zahlreiche Schulleiter, FW-Ortsverbände und Bürgermeister waren der Einladung gefolgt und im Gasthaus Luginger in Mirskofen erschienen. Größtenteils stieß die von der Bayerischen Staatsregierung geplante Weiterentwicklung der Hauptschule in die Mittelschule auf Ablehnung. Viele der Anwesenden befürchteten damit das Aus für zahlreiche Schulen auf dem flachen Land.

Landtagsabgeordneter und Bezirksvorsitzender Hubert Aiwanger stellte das Schulkonzept der FW-Landtagsfraktion, die „Berufliche Mittelschule“ vor. Das Konzept sieht die Weiterentwicklung aller Hauptschulen zur „Beruflichen Mittelschule“  vor, um ein flächendeckendes und wohnortnahes Bildungsangebot sicherzustellen. „Die von Kultusminister Spaenle geforderten Verbundsysteme sind zu groß. Der organisatorische Aufwand des Bustourismus, um die Schüler von einem Standort zum nächsten zu bringen, ist enorm“, führte Aiwanger aus, „was wir brauchen ist vor allem Ruhe in der Bildungslandschaft und Planungssicherheit für Eltern, Lehrer, Schüler, Politiker und Wirtschaft.“

Josef Schätz, Bereichsleiter Schulen an der Regierung von Niederbayern, erklärte das Modell der Staatsregierung. „Wir müssen die Hauptschule positiv diskutieren und ihr Image korrigieren“, meinte Schätz. Die Probleme der Schulart seien zum einen die demographische Entwicklung (es gibt immer weniger Schulanfänger), das Image-Problem, das Übertrittsverfahren sowie der Schülerschwund und die Mindestklassengröße. „Die Politik muss darauf reagieren mit mehr Lehrerstunden in den Schulen und der Anpassung der Mindestanzahl von Schülern in einer Klasse.“ Mit der Bayerischen Mittelschule will das Kultusministerium kleine Standorte Erhalten und die Hauptschule nach den Erkenntnissen der Hauptschulinitiative weiterentwickeln.  In sogenannten Dialogforen sollen Schulleiter, Bürgermeister, Eltern und Vertreter aus Handwerk und Wirtschaft prüfen, ob ein Schulverbund nötig und möglich ist, erst dann können konkrete Schritte unternommen werden. „Der Schulverbund ist eine freiwillige Gründung. Er dient zur Bestandswahrung und kann landkreis- und bezirksübergreifend sein.“

Die Hauptschule als Pflichtschule müsse Verlässlichkeit bieten und nicht durch immer häufigere Reformen in der Diskussion bleiben, resümierte BLLV-Bezirksvorsitzende Judith Wenzl. „Vor zwei Jahren wurde als allerletze Chance die Hauptschulinitiative gestartet, jetzt hat man eine neue Chance draufgesetzt“, so die Lehrerin. Die wirklichen Probleme der Hauptschule würden auch durch die Mittelschule nicht gelöst. Die Eltern und Lehrer würden nicht automatisch zur Hauptschule mit neuem Namen „ja“ sagen. „Wir sträuben uns nicht gegen Reformen, wenn sie durchdacht und zukunftsfähig sind. Die Mittelschule hat einige gute Ansätze und sie kann auch funktionieren, allerdings nicht in kleinen Hauptschulen auf dem Land“, betonte Wenzl. Die Schüler müssten zudem viel unterwegs sein, viel Zeit gehe für die „Rumfahrerei“ drauf. „Die Mittelschule ist ein Sparkonzept“, formulierte die BLLV-Bezirksvorsitzende deutlich, „hier geht es um die Einsparung von Klassen und Lehrern. Und dennoch legt das Kultusministerium anstatt eines personalintensives ein kostenintensives Modell vor.“

Würde man nicht so starr am dreigliedrigen Schulsystem festhalten, ergäbe sich eine völlig andere Diskussionsbasis, so der Essenbacher Bürgermeister Fritz Wittmann. Eine Schule in der Gemeinde zu haben und zu halten sei mehr als ein Gebäude zu erhalten. Die Schüler können sich nur mit ihrer Schule und ihrem Heimatort identifizieren, je mehr Zeit sie dort verbringen.  „Der Qualitätsverlust beim Bustourismus ist größer als wenn eine Schule nicht alle drei Zweige anbieten kann.“ Wittmann bemängelte vor allem, dass beim Mittelschulenmodell die Verantwortlichen nicht vorher um Vorschläge gebeten worden sind. „Es gibt viele Gemeinsamkeiten in den verschiedenen Modellen, entscheidend ist allerdings die Organisationsstruktur. Und die Mittelschule ist nicht sinnvoll organisierbar.“