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Die Unterfinanzierung der Passau-Event-GmbH
Pressebericht
Passau-Event GmbH:
Die Rückführung der Passau-Event-GmbH (PE) auf einen reinen Vermietungsbetrieb löst ihr finanzielles Problem nicht
Ein Blick in die Bilanz zeigt dies auf und verdeutlicht die Größe des Problems. Die Hauptursache für das jährliche Defizit von circa 3 Mio. € ist der nicht zu beeinflussende Aufwand von 2,5 Mio. € für den Objekt- und Kapitaldienst für die Dreiländerhalle, das Messegelände und die Eishalle. Diese Kosten, die die Stadt aus Geldmangel und aus Gründen der Konsolidierung des eigenen Haushalts der PE auferlegt hat, sind der Klotz am Bein der PE.
Die Rückführung der PE auf einen reinen Vermietungsbetrieb kann die Defizite nicht vermeiden und ist mit mehreren Nachteilen verbunden.
Es ist zwar richtig, dass die Betriebsergebnisse auch ohne die Belastung durch die Objekt- und Kapitalkosten für die Kohlbrucker Anlagen bisher negativ waren und dass durch den Verzicht auf die eingeführten Eigenveranstaltungen unter Inkaufnahme einer Verarmung Passaus als Veranstaltungsort ein positives Betriebsergebnis möglicherweise früher als 2013, wie im 5-Jahres-Wirtschaftsplan vorgesehen, erreicht wird. Aber der 2,5 Mio. € Klotz hängt auch dann noch immer am Bein der PE..
Außerdem ist der Verzicht auf Eigenveranstaltungen mit erheblichen Nachteilen verbunden.
Erstens, die für die Eigenveranstaltungen verantwortlichen Mitarbeiter müssen entlassen werden, soweit sie nicht von der Stadt ausgeliehen sind.
Zweitens, die Kosten und die Arbeitskraft, die in die Einführung der Eigenveranstaltungen investiert wurden, sind verloren und die Chance vertan, dass nach der kostspieligen Einführungsphase diese Eigenveranstaltungen zukünftig Gewinne einfahren, wenn sie einmal etabliert sind.
Drittens, Veranstaltungen wie der Wiener Ball, der 2008 bereits einen Gewinn erbracht hat, oder die Ausbildungs-, die Holz- und die Anglermesse sind sehr gut angenommen und stellen eine Bereicherung für die Stadt und Region Passau und darüber hinaus dar.
OB J. Dupper hat im Wahlkampf angekündigt, dass er den jährlichen städtischen Zuschuss an die PE in drei Raten auf Null zurückführen werde. Das kann keine Lösung sein. Es würde Auflösung der PE bedeuten mit der Folge, dass die Stadt die 11 Mio € Schulden und die jährliche Miete für die Eishalle und das Messegelände in Höhe von circa 1,1 Mio. € übernehmen müsste.
Die Stadt muss ganz im Gegenteil endlich der Unterfinanzierung der PE ein Ende setzen und ihren Zuschuss von 1,6 Mio € auf 2,5 Mio. € aufstocken. Die PE ist nämlich nicht, wie OB. J. Dupper glaubt, eine "Kostgängerin der Stadt", sondern das Gegenteil ist der Fall. Nicht schlechtes Wirtschaften des Personals zwingt die PE, jedes Jahr 1 Mio. € Neuschulden zu machen, um ihre Bilanz auszugleichen, sondern die Weigerung der Stadt ihren Anteil an den Bau- und Bauerhaltungskosten der Anlagen in Kohlbruck zu zahlen.
K. Schürzinger, 4.6.2008
Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats der PE 2006 - 2008
